Zwischen Buchung und Auszahlung: Die Kosten der Portale

Zwischen Buchung und Auszahlung: Die Kosten der Portale

Ferienwohnungen sollten direkt auf mehreren Buchungsportalen präsent sein. Die Portale sorgen für Sichtbarkeit, bringen Gäste aus aller Welt und übernehmen Zahlung und Kommunikation. Diese Bequemlichkeit lassen sie sich allerdings gut bezahlen.

Ein typisches Muster: Die Nacht soll 145 € kosten, also stehen überall 145 € im Kalender – egal ob bei Airbnb, Booking.com oder Expedia.

Genau hier geht Geld verloren. Die Auslastung stimmt, die Buchungen laufen, und trotzdem ist am Monatsende weniger auf dem Konto als erwartet. Der Grund: Jedes Portal rechnet seine Provision anders ab. Wer die Unterschiede nicht kennt, verschenkt bei jeder Buchung bares Geld. Rechnen wir ein konkretes Beispiel durch – und schauen uns danach die Modelle der Portale genauer an.

Rechenbeispiel: Eine Woche für 1.100 €

Ein Gast bucht deine Ferienwohnung für sieben Nächte zu je 145 €, dazu kommen 85 € Endreinigung – zusammen also 1.100 €. So sieht die Abrechnung je nach Kanal aus:

KostenfaktorAirbnbBooking.comExpediaEigene Website
Der Gast zahlt1.100,00 €1.100,00 €1.100,00 €1.100,00 €
Provisionssatz15,5 %17 %20 %–
Provision des Portals− 170,50 €− 187,00 €− 220,00 €0,00 €
Zahlungsanbieter (z. B. Stripe, ca. 1,5 %)0,00 €0,00 €0,00 €− 16,50 €
Bei dir kommt an929,50 €913,00 €880,00 €1.083,50 €

Was die Zahlen zeigen

Derselbe Aufenthalt bringt dir über die eigene Website 203,50 € mehr als über Expedia. Bei Booking.com bleiben 187 € beim Portal, bei Airbnb 170,50 € – für eine einzige Woche.

Vermietest du 25 solcher Wochen im Jahr über Booking.com, kommen so fast 4.700 € Provision zusammen.

Mit unserem Provisionsrechner kannst du ausrechnen, was dich die Portale mit deinen eigenen Zahlen kosten.

So rechnen die drei großen Portale ab

Jedes Portal hat seine eigene Logik, wer wie viel zahlt. Damit du die Zahlen oben einordnen kannst, hier die drei Modelle im Detail.

1. Airbnb: Jetzt zahlt der Gastgeber alles

Lange Zeit hat Airbnb die Gebühr zwischen Gast und Gastgeber aufgeteilt: Du hast als Gastgeber meist 3 % gezahlt, der Gast zusätzlich eine Servicegebühr von 14,1 bis 16,5 %. Mit diesem Modell (Split-Fee) ist jetzt Schluss.

Am 7. Juli 2026 hat Airbnb die Umstellung offiziell angekündigt. Für Gastgeber im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), die ihre Preise über eine Property-Management-Software verwalten und noch nicht umgestellt waren, war der 13. Oktober 2026 der Stichtag. Für alle weiteren Gastgeber läuft die Umstellung aktuell schrittweise weiter.

Im neuen Modell (Host-Only-Fee) trägst du als Gastgeber die gesamte Gebühr – in den meisten Fällen 15,5 %, die direkt von deiner Auszahlung abgezogen werden. Je nach Steuerstatus kommt Umsatzsteuer auf die Gebühr hinzu. Die separate Servicegebühr für Gäste entfällt dafür komplett: Der Preis, den der Gast sieht, ist auch der Endpreis.

Für dich heißt das: Statt 3 % gehen jetzt 15,5 % an Airbnb. Wer seine Preise nicht angepasst hat, verdient bei jeder Airbnb-Buchung deutlich weniger als früher.

Im Rechenbeispiel oben macht sich das deutlich bemerkbar: Mit dem alten Split-Fee-Modell wären von 1.100 € noch 1.067 € bei dir angekommen. Heute sind es nur noch 929,50 € – also 137,50 € weniger pro Woche, ohne dass sich an deinem Preis etwas geändert hat.

2. Booking.com: Provision pro Buchung

Bei Booking.com zahlt der Gast im Normalfall keine Servicegebühr. Die Kosten liegen komplett bei dir: Für jede Buchung wird eine Provision fällig.

  • Je nach Region und Teilnahme an Programmen wie Genius oder Preferred Partner liegt sie meist zwischen 15 und 22 %.
  • Achtung: Die Provision fällt auf den Gesamtbetrag an – also auch auf Endreinigung und Extras. Bei 85 € Reinigungsgebühr und 17 % Provision gehen allein davon 14,45 € an Booking.com.

3. Expedia: Reichweite mit Aufpreis

Expedia ist besonders bei internationalen Gästen und Pauschalreisenden beliebt, die Flug und Unterkunft zusammen buchen. Diese Zielgruppe hat ihren Preis.

  • Für Ferienunterkünfte liegt die Provision in der Regel zwischen 15 und 25 %.

Die Lösung: Unterschiedliche Preise pro Kanal

Die Portale abzuschalten ist keine Option – dafür sind sie als Gästequelle zu wichtig. Sinnvoller ist es, die Provision direkt in den Preis einzurechnen: mit einem Aufschlag pro Kanal.

Dabei reicht es nicht, einfach die Provision prozentual aufzuschlagen. Denn das Portal berechnet seine Provision auf den bereits erhöhten Preis. Die richtige Formel lautet: Wunschpreis ÷ (1 − Provision).

Für einen Wunschpreis von 145 € pro Nacht heißt das:

  • Booking.com (17 %): 145 € ÷ 0,83 = 174,70 €
  • Expedia (20 %): 145 € ÷ 0,80 = 181,25 €
  • Airbnb (15,5 %): 145 € ÷ 0,845 = 171,60 €
  • Eigene Website: 145,00 €

So bleiben dir nach Abzug der Provision auf jedem Kanal dieselben 145 € – und auf deiner eigenen Website bekommen Gäste den günstigsten Preis.

So geht das mit Fewosoft

Unterschiedliche Preise für jedes Portal von Hand zu pflegen, ist bei Saisonzeiten, Wochenendpreisen und Sonderaktionen kaum zu schaffen. Mit Fewosoft legst du nur deinen Wunschpreis fest, zum Beispiel 145 € pro Nacht. Die Aufschläge werden automatisch berechnet und an die Portale übertragen: Airbnb erhält 171,60 €, Booking.com 174,70 €, Expedia 181,25 € und deine eigene Website 145,00 €.

Mehr dazu findest du auf unserer Seite Preise synchronisieren.

Fazit

Ein Einheitspreis auf allen Portalen sieht einfach aus, kostet dich aber bei jeder Buchung Geld. Mit Aufschlägen pro Kanal holst du dir die Provisionen zurück – und machst deine eigene Website zum günstigsten Ort, bei dir zu buchen.

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